Stilkunde von A bis Z

Aus dem antik|lexikon

A

Aachener Möbel
Aachen-Lüttich-Möbel, im 2./3. Viertel 18. Jahrhundert in den Niederlanden gefertigte Einrichtungsgegenstände, zumeist Kastenmöbel aus ungefasstem vollem Eichenholz. Besonders beliebt war der so genannte "Geschirrschrank". Er steht auf * Laibchenfüßen, hat einen profilierten Bodenteil, zwei mit reliefierten * Füllungen versehene Türen im Unterteil und einen zweiflügeligen verglasten Aufsatz mit in der Mitte erhöht beschnitztem und profiliertem Gesims. Der großen Nachfrage wegen wurde das Möbel von den Herstellern so genannter "Stilmöbel" ins Programm genommen.
Abbeizen

Durch Abbeizen können alte Farbanstriche und Lacke entfernt werden. Durch das Auftragen flüssiger- oder pastöser Abbeizmittel werden die Farbschichten aufgeweicht und man kann sie abwischen oder mit einem Spachtel abheben.

Accessoires

Der Begriff Accessoire stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „Zubehör“. Es beschreibt dekorative oder funktionale Gegenstände, die nicht nötig sind, aber das Interieur individueller gestalten. Accessoires schmücken die Wohnnung aus und zaubern ein schönes Ambiente.

Ahorn

Das weißgelbe Holz des Ahornbaumes glänzt fast seidenartig und ist aufgrund seiner hellen Farbe sehr beliebt. Allerdings dunkelt echtes Ahornholz mit der Zeit auch noch kräftig nach, was bei dem Kauf des europäischen oder nordamerikanischen Holzes berücksichtigt werden sollte.

Ambiente

Mit Ambiente bezeichnet man die Gestaltung einer schönen Wohnatmosphäre.

Antiquität

Ein Möbelstück ab einem Alter von hundert Jahren darf als Antiquität bezeichnet werden.

B

Barock
Die Stilepoche der Barock-Möbel umfasst die Jahre zwischen 1600 und 1720. Es ist die Zeit des Absolutismus, Ludwigs XIV. und punktvoller Paläste - jedenfalls für den europäischen Adel. Geschwungene Formen, Gold und prachtvolle Verzierungen sind typisch für Barock-Möbel. Mit Kabinett oder Polstersessel holen Sie sich die glanzvolle Zeit von Ludwig XIV. nach Hause. •Reich verziertes Kabinett •Gobelins mit bildhaften Motiven •Kommode mit dunklem Schildpatt und Messing •Eichentruhe mit Schnitzwerk und glänzenden Beschlägen •Geschwungener Konsoltisch mit Wandspiegel und Kerzenständer •Gepolsterter Armsessel mit offenen Seiten im Stil Ludwig XIV. •Tisch mit Einlegearbeiten aus Edelsteinen, Edelhözern oder mit Lackmalereien
Beizen

Der Begriff Beizen meint die Versiegelung der Materialoberfläche mit einer chemischen Lösung. Dieses Verfahren verhindert das Eindringen von Wasser. Mit einer farbigen Beize kann man die Optik des Holzes verändern.

Beschlag
Bezeichnung für verschieden geformte metallene Applikationen. Als Verbindung oder als Verschluss dienende Beschläge sind mit einem Scharnier versehen. Vom Mittelalter bis zum 19. Jh. waren Beschläge häufig nicht nur funktionell ausgeführt, sondern bedeckten in Ornamentform einen großen Teil des beschlagenen Gegenstandes und dienten neben der Verfestigung auch als Dekor. Abgesehen von der Verwendung in Verbindung mit der Architektur, sind Beschläge vor allem bei Bucheinbänden, Möbeln, Kassetten und Dosen sowie bei alten Feuerwaffen zu finden. Sie waren früher meist aus Eisen geschmiedet, Zierbeschläge vielfach auch aus Messing oder Bronze gegossen und häufig vergoldet.
Biedermeier

Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet.

Die Biedermeier-Möbel folgen keinem einheitlichen Stil, zeichnen sich aber ebenfalls durch schlichte Eleganz aus. Sie hatten weniger repräsentativen Charakter, sondern sollten den Eindruck von Behaglichkeit verbreiten, vor allem auch zweckmäßig sein. Die ersten Möbel dieser Art entstanden in Wien, wobei englisches Mobiliar als Vorbild diente. Großer Wert wurde bei der Produktion auf die handwerkliche Qualität gelegt. Typisch für das Biedermeier sind Kleinmöbel wie Kommoden, Sekretäre oder Nähtischchen. In Wien prägte der Möbelfabrikant Joseph Danhauser senior die neue Wohnkultur. In diese Zeit fällt auch der Erfolg der Bugholzmöbel von Michael Thonet, der aus Boppard stammte und 1842 vom österreichischen Hof nach Wien geholt wurde.

Birke

Helles Birkenholz, das meist sehr unregelmäßig gezeichnet ist, erfreut sich konstanter Beliebtheit. Sowohl als helle Kinderzimmermöbel, als auch als Schlafzimmermöbel geeignet.

Blende

Eine Blende ist eine Verkleidung von Möbeln, die zur Verzierung oder Dekoration dient. Man kann auch damit unschöne Stellen überdecken.

Brandschrank
Der Brandschrank besteht aus 3 Teilen, die an den Seiten Truhengriffe haben, damit er im Falle eines Brandes schneller in Sicherheit gebracht werden konnte.
Buffets

Ein Buffet ist eine Art Anrichte und hat ungefähr die Höhe eines Highboards. Buffets sind zwei- oder mehrtürig und dienen der Aufbewahrung von Geschirr.

C

Chaiselongue

Chaiselongue oder auch Recamiére beschreibt ein Tages- oder Ruhebett ohne Rückenlehne. Stattdessen hat es meist ein erhöhtes Kopfende. Der Begriff Chaiselongue kommt übrigens aus dem Französischen und bedeutet übersetzt „langer Stuhl“.

Chlorkohlenwasserstoffe

Chlorhaltige Stoffe, wie Methylenchlorid, Trichloethylen, die als Löse-, Reinigungs- und Abbeizmittel verwendet wurden. Wegen ihrer Gesundheitsgefährdung werden Chlorkohlenwasserstoffe nur noch in Ausnahmefällen angewendet.

Couchtisch

Ein Couchtisch ist ein sehr niedriger Tisch, der, vor Couch oder Sofa gestellt wird. Schon im 17. Jahrhundert wurden Couchtische benutzt, um eine nützliche Ablagefläche zu haben und gleichzeitig den Blick auf den Kamin frei zu haben!

D

Deckfurniere

Deckfurniere dienen vor allem dem Veredeln von Oberflächen und dem sparsamen Umgang mit wertvollen Hölzern. Sie werden auf Trägerplatten (Stabplatten, Stäbchenplatten, Furnierplatten, Spanplatten, Holzfaserplatten) aufgeleimt.

Dekor

Dekor bezeichnet die künstlerische Gestaltung mit Accessoires.

Design

Design beschreibt das Muster oder die Farbe der Einrichtigung.

Drapé

Drapé meint eine spezielle Art des Mahagoniholzes, das durch eine besondere Musterung auffällt.

E

Eiche
 

Wer kennt nicht „Eiche rustikal"? Dennoch, so altertümlich ist diese Holzart gar nicht, denn ist das Holz schick und modern verarbeitet, so zeigt es schick seine zartbraune Zeichnung und ist darüber hinaus äußerst hart und robust. Typischerweise wird das Eichenholz farbig gebeizt. Den Ursprung hat das Eichenholz meist sowohl in Europa, als auch in Nordamerika, Japan oder gar Persien.

Emaille

Emaille - oder auch „Glasfluss“ - bezeichnet eine Masse aus geschmolzenem Glas, die auf Metall aufgebracht wird. Vielfach findet man Emailleierungen bei Kochtöpfen, Spülen, Badewannen oder auch an Möbelbeschlägen.

Esche

Esche besticht durch seine sehr helle Farbe, die sogar leicht glänzend wirkt. Das Eschenholz ist hart und robust und dadurch langlebig. Esche wird meist aus Europa und Nordamerika bezogen.

F

Fries

Ein Fries schmückt einen Schrank und sieht ein wenig aus wie eine Bordüre.

Frisiertisch

Er wird auch Toilettentisch, Schminktisch oder Poudreuse genannt - im Set meist bestehend aus einem Tisch für Kosmetikutensilien mit integriertem Standspiegel und dem dazu passenden Stuhl.

Furnier

Furnier ist eine millimeterdünne Schicht, die vom Holzstamm abgeschält wird. Diese wird anschließend auf eine weitere Schicht, beispielsweise auf eine MDF- oder Spanplatte aufgeleimt. So entsteht der Eindruck, das ganze Möbelstück bestünde aus dem Holz des Furniers.

G

Gobelin

Gobelin ist die Bezeichnung für einen Teppich mit Bild.

Gründerzeit

Tolle Möbelkunst

Guérdion

Guérdion wird ein halbhoher, runder Tisch genannt, der früher dem Kellner als Präsentationstisch für das Menü diente. Heute wird er in erster Linie als Telefontischchen oder Beistelltisch verwendet.

H

Highboard

Als Highboard bezeichnet man vitrinenartige Schränke mit einer Höhe zwischen 110 und 130 Zentimetern.

I

Intarsie

Bei Intarsie handelt es sich um eine Dekorationsart. Hier werden verschiedene Holzarten so aneinander gereiht, dass wieder eine neue ebene Fläche entsteht und ein neues Muster zum Vorschein kommt.

Interieur

L'Interieur (frz.: „das Innere“) ist alles, was zur Innenausstattung eines Raumes gehört.

K

Kanapee

Kanapee bezeichnet eine Art Sofa mit gepolsterter Rückenlehne und Armlehne, auf der mehrere Platz nehmen können.

Kiefer

Kiefernholz ist zu Beginn sehr hell, dunkelt über die Zeit jedoch nach. Die Maserung des Kiefernholz ist streifig bis hin zu flammenähnlichen Zeichnungen. Vorzugsweise wird Kiefernholz zur Herstellung von massiven und hochwertigen Sitzmöbeln verwendet. Meist stammt das Kiefernholz aus Europa, Sibirien oder Nordamerika.

Kirschbaum

Wunderschönes gelbbraunes Holz, das heute leider nur noch selten verwendet wird. Es besticht durch die schöne Maserung und sein festes Holz, welches in der Biedermeierzeit größte Beliebtheit fand. Meist stammt das Kirschholz aus europäischen Baumbeständen.

Kredenz

Kredenz wird auch als „Buffet“ oder „Anrichte“ bezeichnet. Meist zeichnet sich dieser Schrank durch verglaste Türen im oberen Bereich und Holztüren im unteren Teil aus. Der Mittelteil ist eingerückt, so dass hier klassischerweise Essen und Getränke angerichtet werden können.

Kulissentisch

Kulissentische nennt man Tische, die durch ein verdecktes Mittelstück oder zusätzliche Elemente ausgezogen oder anderweitig erweitert werden können.

L

Lackoberflächen

Sie sieht sehr edel aus, ist allerdings nicht so robust wie andere Oberflächen. Lackoberflächen sind meistens glänzend.

Lärche

Sowohl Kiefer als auch Lärche gehören zu den beliebtesten Möbelhölzern. Lärche hingegen ist noch robuster und härter als die Kiefer und wirkt durch den warmen Farbton wohnlicher. Die Zeichnung von Lärchenholz ist unruhiger und lebhafter als beim Kiefernholz.

Lasur

Die Lasur ist eine transparente Tinktur zur Oberflächenbehandlung von Holzmöbeln. Sie schützt die Oberfläche und verleiht ihr eine leichte Tönung, ohne jedoch die Holzstruktur zu übermalen.

M

Mahagoni

Die rotbraune Farbe des Mahagoniholzes macht es zu einem ganz besonderen Edelholz, welches sehr beliebt, aber auch nicht gerade günstig ist. Mahagoni dunkelt über die Zeit nach und im fortgeschrittenen Alter zeigt es seinen dezenten Goldglanz. Mahagoni stammt meist aus Afrika, Südamerika.

Massivholz

Ein hochwertiger Tisch, Kommode oder Schrank aus edlem Massivholz ist von hoher Qualität und wertet auch als Blickfang (Hingucker respektive Eyecatcher) jeden Wohnbereich ungemein auf. Ein großes Plus von Masssivholzmöbeln ist ihr natürliches, facettenreiches Erscheinungsbild. Nicht nur die Maserung variiert von Möbelstück zu Möbelstück. Auch die Farbpalette reicht von heller Eiche über naturbelassener Kiefer oder Lärche bis hin zu hellrotem oder rotbraunem Kirschbaum. Dadurch ist jedes Massivholzmöbel ein Unikat und verleiht den eigenen vier Wänden eine individuelle Note.

Kleider machen Leute - Möbel auch.

Wie ein guter Anzug zeugt auch gutes Mobiliar von Geschmack und Stil. Sowohl beim Anzug als auch bei Möbeln ist das Material entscheidend. Massivholzmöbel bestehen überwiegend aus hochwertigem und nachhaltig angebautem Vollholz, wodurch sie besonders robust und langlebig sind. Problemlos überstehen sie natürliche auch Umzüge. Mit ihrem zeitlosen Flair sind sie stets modern und verleihen den eigenen Räumlichkeiten eine gemütliche Wohnatmosphäre. Für die Herstellung von Massivholzmöbeln eignen sich mehr als ein Dutzend Holzarten, wobei jede davon besondere Eigenschaften besitzt. Somit hat man im posiviten Sinne die Qual der Wahl - zur Auswahl stehen heimische und zeitlose Klassiker wie Kiefer, Fichte, Lärche, Buche, Esche, Erle und Eiche bei den Nadel- und Laubbäumen sowie Birn-, Kirsch- und Nussbaum bei den Obsthölzern. Wer es exotisch mag, der kann beispielsweise auf das beliebte Mahagoniholz zurückgreifen.
Bei der Einrichtung des Wohnbereiches ist es entscheiden, das die Möbel und die restliche Umgebung ein optisches Gesamtkunstwerk bilden - In Räumen mit einem dunklen Bodenbelag, egal ob Parkett, Fliesen oder Teppich, passen Möbel aus hellen Hölzern wie Kiefer, Lärche, Esche und Eiche. Umgekehrt gilt bei hellen Böden - hier kommen Möbel aus dunklen Holztönen wie Kirsch-, Nussbaum oder Mahagoni ideal zur Geltung.

N

Nussbaum

Nussbaum gehört ebenso zu den beliebten und teureren Edelholzarten. Es besticht durch seine schöne Maserung, die von graubraun bis violettbraun variieren kann. Meist stammt das Nussbaumholz aus Europa, Asien oder Amerika.

P

Palisander

Beim Palisanderholz handelt es sich um ein recht hartes und widerstandsfähiges Edelholz, das sehr dekorativ durch seine Farbe und Maserung wirkt. Hierbei geht es um einen Sammelbegriff, der im Handel für Bäume der Gattung Dalbergia benutzt wird. Palisander gibt es wahlweise aus Brasilien und weist dann eine braunrote Farbe auf, oder aber aus Ostindien, mit einer Farbe, die bis hin ins Violette geht.

Poudreuse

siehe Frisiertisch.

R

Recamiere

Eine Recamiere (siehe auch "Chaiselongue") ist eine Art Sofa mit nur einer Lehne. Der Begriff Recamiere wurde nach Julie Recamiere benannt.

S

Sekretär
Ein Sekretär ist die kleinere, elegantere Form des klassischen Schreibtisches. Für gewöhnlich verfügen Sekretäre über einen schrankartigen Aufsatz auf der Tischplatte. Ihren Ursprung haben diese Schreibtische im 18. Jahrhundert.
Sideboard
Als Sideboard bezeichnet man einen niedrigen Schrank mit einer Höhe zwischen 70 und 90 Zentimetern.

T

Teak

Bei Teakholz handelt es sich um ein sehr festes und robustes Holz, das einen dekorativen braungoldenen Grundton vorweist. Bei der Maserung ist es von dunklen, bis hin zu fast schwarzen Ästen durchzogen. Teakholz wird gerne für Gartenmöbel verwendet und besticht durch seine Langlebigkeit. Behandelt man das Teakholz im Freien nicht, so ergraut es. Dies ist ein natürlicher Schutz des Holzes und hat keinerlei Auswirkung auf die Haltbarkeit des Teakholzes. Wer das Ergrauen vermeiden möchte, kann durch einen regelmäßigen Anstrich mit speziellen Teakholzlasuren die ursprüngliche Farbe weitgehend erhalten. Teakholz stammt meist aus Südostasien.

Trumeau
Trumeau meint einen kommodenartigen Schrank, der seinen Ursprung in der Biedermeier-Zeit hat. Klassischerweise verfügt der Trumeau über zwei Schubladen im oberen und zwei Türen im unteren Teil des Schrankes.

U

Ulme

Ulmenholz ist hell und fest, ebenso gleichmäßig gemasert, Meist stammt das Ulmenholz aus Europa oder Nordamerika.

V

Vertiko
Vertiko bezeichnet einen mittelhohen, kommodenartigen Schrank, dessen oberstes Fach eine Schublade ist. Darunter verschliessen zwei Türen das untere Fach.
Vitrine
Vitrine ist ein Schrank, der aus mindestens einer Glaswand oder -tür, häufig jedoch auch komplett aus Glas besteht. Vitrinen sind häufig im Wohn- oder Esszimmer zu finden und eignen sich, um Sammelstücke oder auch Kristall aufzubewahren und zu präsentieren.

W

Wangentisch
Ein Wangentisch hat statt der klassischen vier Füße nur an den beiden Enden je einen Fuß, der meist über die gesamte Breite des Tisches verläuft. Oft sind die beiden Füße durch einen Steg miteinander verbunden. Zu finden sind Wangentische häufig in der Kategorie der Beistell- oder Couchtische.
Wurzelholz
Wurzelholz weist eine besonders starke Maserung auf und wird quer zur Wuchsrichtung geschnitten. Aufgrund seines besonderen Aussehens werden daraus oft edle Furniere hergestellt.

Z

Zierbeschlag
Als Zierbeschlag werden Griffplatten, Schlüssellochabdeckungen und Blenden bezeichnet, deren reichliche Verzierungen, Gravuren oder Applikationen kennzeichnend sind.